Wird Spanien Gentech-Fliegen freisetzen?
Ralf Streck
31.07.2015
Genehmigt man in Spanien den Antrag der britischen Oxitec, steht der erste Freisetzungsversuch mit Gentech-Tieren der EU bevor
Nun liegt der Ball auf dem Dach der Biodiversitätskommission, denn sie trifft
eine Vorentscheidung, ob gentechnisch manipulierte Olivenfliegen in
Spanien freigesetzt werden. Die Kommission soll Risiken des Versuchs
abschätzen. Lässt sie ihn zu, "wäre es der erste Freilandversuch mit
gentechnisch veränderten Tieren in der Europäischen Union", hat die
Umweltschutzorganisation Greenpeace gewarnt.
Konkret sollen, so berichtet die Organisation,
wöchentlich 5.000 Olivenfliegen (bis zu 260.000) in der katalanischen
Provinz Tarragona nahe der gleichnamigen Küstenstadt vom britischen
Unternehmen Oxitec
freigesetzt werden. Mit Bezug auf Wissenschaftler, Landwirte und
Umweltschützer warnt Greenpeace. "Die Freisetzung von genetisch
veränderten Insekten in die Umwelt ist ein gefährliches Experiment, das
Europa in ein riesiges Labor verwandelt." Denn Insekten hielten sich
nicht an Grenzen. Die Auswirkungen seien nicht abschätzbar, die
Biodiversität werde genauso gefährdet wie die "Olivenproduktion im
Mittelmeerraum", die mit der Freisetzung der Fliegen verbessert werden
soll.
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